BAUFINANZIERUNG ENDLICH VERSTEHEN

Baufinanzierungen verlangen vieles von ihren Darlehensnehmern ab. So hängen oftmals mehrere zwanzig Seiten Geschäftsbedingungen, Standartisierte Merkblätter und Produktinformationen an den Finanzierungsangeboten an. Fachinterne Abkürzung sorgen für völlige Überforderung. Umso wichtiger ist es, Finanzierungsfachbegriffe leicht verständlich zu erläutern. Wir haben Ihnen die am häufigsten verwendeten Begriffe zusammengefasst.

DIE WICHTIGSTEN FINANZIERUNGSBEGRIFFE

Baunebenkosten

Als Baunebenkosten bezeichnet man die Kosten, welche zusätlich neben den Errichtungskosten anfallen. So zählen Kosten für Architekten, Bauplaner, Energieberater, Kosten für Genehmigungsverfahren oder Vermessungs- und Erschließungskosten für Grundstücke zu den Baunebenkosten.

Beleihungswert

Der Beleihungswert eines Objektes drückt das Verhältnis zwischen dem tatsächlichen Objektwert im Vergleich zur geliehenen Darlehenssumme aus. He geringer der Beleihungswert, desto günstiger fallen die Zinskonditionen aus.

bereitstellungsfreie Zeit

Die bereitstellungsfreie Zeit wird oftmals in Monaten angegeben und beziffert den Zeitraum, bevor Bereitsstellungszinsen auf den noch nicht abgerufenen Darlehensbetrag erhoben werden. Derzeit ist dieser Prozentsatz bei nahezu jeder Bank identisch und beträgt aktuell 0,3% pro Monat.

Eigenkapitalquote

Die Eigenkapitalquote drückt in Prozent den Wert aus, den Sie in Form von Eigenkapital in die Finanzierung einbringen. Eine gesunde EIgenkapitalquote wird mit 20-30 % angegeben. Aufgrund der Niedrigzinsphase sind 100 % Finanzierungen ohne Eigenkapital durchaus darstellbar.

Eigenleistung

Die Eigenleistung oder auch Muskelhypothek drückt den Wert Ihrer Arbeitskraft aus, den Sie selbst aufgrund von Arbeitsleistung in die Finanzierung einbringen. oftmals weren die Außenanlagen oder die Tapezierarbeiten im Inneren des Hauses in Eigenleistung erbracht und können somit anteilig den Beleihungswert positiv beeinflussen.

Finanzierungsnebenkosten

Hierzu zählen Notargebühren, Grunderwerbsteuer, Kosten für Grundbucheintragung, Maklerprovisionen, also sämtliche Kosten, welche nicht direkt mit der Herstellung des Objektes zusammenhängen und dennoch anfallen.

Sondertilgung

Dies beziffert die Möglichkeit der vorzeitigen Rückzahlung während der Zinsbindungszeit. Die Sondertilgung wird in Prozent vom Ursprungsdarlehensbetrag festgelegt und zur Darlehensbeantragung vereinbart.

tilgungsfreie Zeit

Eine tilgungsfreie Zeit steht meist in Verbindung mit KfW-Förderdarlehen. Hier gibt es ein tilgungsfreies Pflichtjahr. Dieser Zeitraum kann durchaus zur Schaffung eines finanziellen Spielraumes auf bis zu 5 Jahre erhöht werden. Zu beachten gibt es allerdings: Wer nicht tilgt, zahlt länger nur Zins.

Tilgungssatz

Der Tilgungssatz bestimmt in Prozent die Höhe, mit welcher die Restschuld zurückgezahlt wird.

Vorfälligkeitszinsen

Dies ist eine Art Strafzins, den die Bank bei vorzeitiger Rückzahlung des Darlehens während der Zinsbindung erhebt, um sich somit für entgangene Zinserträge zu entschädigen. Ob sich eine Zahlung unter Vorfälligkeit lohnt, sollte ganz genau geprüft und berechnet werden. Die fällt meist sehr hoch aus.

Zinsbindung

Die Zinsbindung ist die Zeit, in der die Konditionen und die Rate des Darlehens festgeschrieben sind. Eine vorzeitige Rückzahlung ist ausschließlich über die Sondertilgungsoption möglich.